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Alt 26.06.2007, 02:09   #1
Sexy Man
 
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Registriert seit: 17.04.2003
Beiträge: 7.514
Kranke Erdbeer Storie

* Die todschreckliche Erdbeere *

Ja, da liege ich nun mit roter Soße, die langsam in einen eher festeren Zustand übergeht, überzogen auf dem Erdbeerboden. Meine andere Hälfte müsste zwei, drei Reihen weiter hinten vom netten Herrn mit der weißen Schürze platziert worden sein. Ich kann von Glück reden, jetzt nicht, in Millionen kleiner Stücke gehexelt, in der Yoghurt-Torte nebenan zu schwimmen.
Egal, jedenfalls sind um mich herum überwiegend französische Fruchtgenossen, die sich aber nicht nur für eine stinknormale Erdbeere, wie du und ich, halten. Nein, sie sind eine la fraise aus dem südlischen Fronkreisch.
Wo ich selber herkomme, habe ich nie gewusst. Ich bin eine der seltenen Wanderbeeren, wobei ich eher ungewollt eine Wanderbeere bin. An das erste, an dass ich mich in meinem Erdbeerleben errinnern kann, ist eine bis zum Horizont und wohl noch weiter reichende Wiese. Eines Tages sollte diese unendliche Wiese doch enden. Ich schaukelte mich gerade bei herrlichem Sonnenschein immer wieder aus dem Schatten meiner Blätter in die pralle Sonne, dass der Schweiß nur so von meiner roten Erdbeerhaut flog. Sonne - Schatten - Sonne - Schatten - Sonne - Schatten - Sonne - Sonne - Sonne - Sonne - Sonne - ... Öh?! Entweder ich bin schon so benebelt von dem regelmäßigen Lichtwechsel, dass mein Gehirn ausgefallen ist und ich hier bewusstlos weiter rumbaumle, oder ich halte meine Augen so fest geschlossen, dass der Unterschied zwischen hell und dunkel mir gar nicht mehr bewusst ist und ich schon so sehr erhitzt wurde, dass auch der Schatten keine relative Abkühlung mehr bedeutet, oder...?! Oder, was? Mhh, mein Erdbeergehirn kann nicht ausgefallen sein, denn wie ich ja hier bemerke, bzw. weiß, bzw. glaube zu wissen, bzw. ... Herrgott, ich bin doch gerade am Denken, da kann doch mein Gehirn nicht im Stand-By-Modus sein. Nächster Punkt: Augen geschlossen. Ähm, richtig, ich habe meine Augen zu. - Aaaahhhhhhhh, Hilfe... Ich erschrak mich zu Tode, alles drehte sich aufeinmal im Kreis, es wurde alles schneller und schneller. Ich schwamm nur noch in einer grünen Brühe, die am Ende abbrubt in eine hellblaue Brühe überging. Es müssen mehrere Minuten so vergangen seien, bis ich spät merkte, dass ich, nachdem ich die Augen öffnete wohl in lauter Panik darüber nicht mehr in der Luft zu baumeln, begann im Kreis zu rennen. Erneut verfiel ich in diesen Panikzustand, als ich meinen Stängel am oberen Kopfende nicht mehr fand. Ich bin also aus meinem Rosengewächs geflogen. Erneut habe ich mich zu Tode erschreckt. Nachdem ich wieder mehrere Runden hektisch und mit fuchtelnden Armen im Kreis rumsauste und sowas wie "Ich bin verloren" und "Ich werde sterben" und "Sie dreht sich doch" von mir gab, stürtzte ich zu Boden und irgentwann hörten dann auch meine Gliedmaßen auf in der Luft zutanzen, sodass ich rücklings, alle Viere von mir gestreckt, im grünen Gras lag.
Ich musste eingeschlafen sein, und alles nur geträumt haben. Denn ich hatte meinen Stängel wieder und ich hing wieder lustig im Schatten in der Luft. Ich versuchte mich wieder in die Sonne zu schaukeln, wieder und wieder, aber es wollte mir nicht gelingen. Es muss wohl Nacht geworden sein oder ... oder ... - "Sachma, kannste mal aufhören da unten so zu eiern!" Ich blickte nach oben, baumelte dabei aus, und erschrak zum dritten Mal in meinem Leben zu Tode: Umschlungen von den Krallen eines Greifvogels wurde ich durch die Luft geflogen. Rechts und links peitschten immer wieder zwei riesige Flügel an mir vorbei. Mein Geschrei wurde vom Getier übertönt: "Machs´ dich nich verrückt. Ich sah dich da so drollig auf´er Wiese herumtrollen, da hab ich dich einfach mitgenommen...", der Greifvogel drehte seinen Kopf, der jetzt rechts neben mir mit großen Augen und breitem Grinsen erschien und fügte mit gehobener Stimme hinzu: "Weisse bescheid?". Natürlich wusste ich nicht bescheid, also begann ich wieder hektisch mich zu bewegen. "Menscheskinders, ich kann dich auch fallen lassen, nur dann haben wa Erdbeermatsche!", warte mich der Vogel.
Um den weiteren Verlauf der Reise ein wenig abzukürze, will ich jetzt nicht jede Kleinigkeit meines Fluges wiedergeben. Mein Fluggenosse erklärte mir nur noch, dass mich im Gras ein Igel angegriffen hätte und er mir so das Leben gerettet hätte. Mh, mag sein. Drei, Vier mal erschrak ich mal wieder zu Tode, da gaaaanz knapp neben uns ein Blitz eingeschlagen ist. Wir flogen direkt durch ein Gewitter.
Irgentwann setzten wir endlich zur Landung an. Besser gesagt, ich wurde einfach abgesetzt und der Greifvogel flog weiter. Auf dem gerade beflückten Erdbeerfeld huschte ich geschickt in eine der Sammelkörbe und landete so in der Bäckerei auf diesem Kuchen. "Buuuuuuhhhhhuuuhh", eine neben mir liegende Erdbeerhälfte riss mich aus meinen Gedanken, dass ich mich erneut und das letzte Mal in meinem Leben zu Tode erschrecke...
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Alt 26.06.2007, 10:34   #2
Erfahrener Benutzer
Rul0r
 
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zu lang
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