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Alt 21.01.2008, 00:38   #1
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Die Gesichter: Papst Benedikt XVI. - Die Person

Die angeblichen zwei Gesichter des neuen Papstes riefen sofort nach dessen Wahl seine Kritiker auf den Plan. Sein konservatives Image als Kardinal beim Vatikan entlud sich in den italienischen Medien mit Beschimpfungen wie der „ Panzerkardinal „und in anderen europäischen Gazetten mit „Großinquisitor „ oder „ Gottes Rottweiler“. Die Ihn wirklich kennen sagen, so rigoros er sein kann, so humorvoll ist er. Wie alle deutschen Jugendlichen musste Ratzinger auf Führerbefehl ab 1939 in der HJ Dienst tun .Da sein Vater im Polizeidienst war und die Eltern die Schulgeldermäßigung brauchten konnte sich der damals 12-jährige Joseph diesem nicht entziehen. Dennoch konnte er sich oft vom Dienst drücken. Laut seiner Schülerakte war er ein guter Schüler am Traunsteiner Gymnasium, bis er mit 16 Jahren als Flakhelfer eingezogen wurde. Kurz vor Kriegsende desertierte er und machte später in München das Notabitur. Zu seinen bösen Titulierungen kam Ratzinger wegen seiner dogmatischen Haltung und seiner rigorosen Wachsamkeit über die strengen katholischen Lehren.

Besonders Frauen als Priester waren für ihn undenkbar, die Bezeichnung der Katholischen Kirche, als einzige Religion der Erde mit göttlichem Ursprung und der Beharrung auf das Kommunionsverbot für wiederverheiratete Geschiedene, die Unauflöslichkeit der Ehe, Verbot der Pille und Kondome, sowie sexuelle Enthaltsamkeit, brachten sein Schäfchen in Angst und Verzweiflung. Doch es gibt ein zweites Ich. Dies zeigte er als Erzbischof und später Kardinal von München und Freising. 1962 -1965 als Berater vom Kölner Kardinal J. Frings, in dessen Zeitraum das Zweite Vatikanische Konzil stattfand, das der Kircheeinen Quantensprung an Öffnung, Neuerung und Aufbruchstimmung brachte, galt der junge Theologe als forscher Querdenker und Liberaler. Doch dann kam die 68 –er Studentenrevolte in Deutschland.

Als er von Rom in die deutschen Uni-Städte zurückkehrte, sah er in der antiautoritären Studentenbewegung das „ grausame Antlitz einer atheistischen Frömmigkeit „ und verurteilte die Hemmungslosigkeit, mit der die Studenten alle moralischen Grundsätze über Bord geworfen hätten. Seitdem versucht er alle Angriffe mit aller Macht abzuwehren und die Doktrin autoritär durchzusetzen. Es scheint, diese Zeit hat ihn geprägt. In seiner Antrittsrede spricht er von der Wiederherstellung der vollen und sichtbaren Einheit aller zu arbeiten, die Christus folgen. Er wandte sich an alle Religionen oder an die, die einfach eine Antwort suchen auf fundamentale Fragen der Existenz. Und diese Worte ließen die Welt aufhorchen und hoffen.
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