|
Germania und Hitlers Architekt
Der Nazi –Architekt Alfred Speer bezeichnete sich zeitlebens als Verführter und wurde beim Nürnberger Kriegsverbrecher - Prozess als Einziger nicht zum Tode verurteilt. Er konnte den Richtern seine Mitverantwortung glaubhaft machen, eine eigene Schuld lehnte er aber ab. Nach 20 Jahren Haft wurde er entlassen, in dieser Zeit schrieb er heimlich seine Memoiren. In den neuem Doku- Dreiteiler der ARD geht der Regisseur H. Beloer und Hauptdarsteller Moretti der Frage nach, welche Schuld trägt Speer wirklich. Mit Einspielung von Originalfilmaufnahmen, Befragung von Zeitzeugen und der Kinder von Speer ,sowie eigener Schauspielerischer Szenen gelingt es dem Team, die Zuschauer zu fesseln und sie zu bemühen eigene Antworten aus den Fakten zu finden. Speer galt als gebildeter und kultivierter Mensch mit fesselnder Ausstrahlung, der sich von der restlichen Führungselite deutlich abhob.
Durch diese Faszination wurde er zu Hitlers Star-Architekten und engsten Vertrauten. Mit Ihm konnte er von der Errichtung größenwahnsinniger Bauprojekte träumen und seine Visionen ausspinnen. Speer selbst hatte die Idee von der „ Entjudung Berliner Stadtteile“ um damit Platz für diese Protzbauten zu schaffen. Gleichzeitig organisierte er im großen Umfang deren Deportation und Einsatz als Bausklaven. Später als Rüstungsminister trieb er es zur Perfektion, diese und auch Kriegsgefangene für die Ankurbelung der gigantischen Rüstungsmaschinerie einzubinden, obwohl der Kriesausgang schon vorhersehbar war. Er war nicht nur ein Rädchen des Terrors, er war der Terror. Er glaubte an Hitler und was er selber sagte und überzeugte damit auch andere. Über diesem Film wird der Zuschauer wohl länger nachdenken und dieser auch in den nächsten Jahren als Meisterwerk geachtet werden.
|