Die großen Autorenfilmer wie Jim Jarmusch, David Cronenberg und Lars von Trier sind inzwischen etwas zahmer geworden. Das mag an ihrem inzwischen gesetzteren Alter von ca. 40 – 60 Jahren liegen. In den Jahren davor waren sie mit ihren Filmen immer für einen Skandal gut. In diesem Jahr
präsentieren sie ihre Filme ohne Provokation, dafür mit handwerklicher Perfektion und Reife. Das Niveau ist insgesamt gestiegen , was aber nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass den meisten Vorstellungen die Leidenschaft fehlt und die Zuschauerkritiken flach ausfallen.
Inhaltlich öffnen sich die Produktionen einem breiteren Publikum, obwohl die nationale Presse jeweils unterschiedlich auf verbale Kraftausdrücke in den Filmen reagiert, insbesondere im Film „ Manderley „von Trier. Zu den Favoriten für die „ Goldene Palme“ gilt der Kanadier Cronenberg, welcher am Samstagabend vergeben wird. Sein Film „ Geschichte der Gewalt „ ist als Familiendrama im Stil eines klassischen Westerns erzählt. Der Film von Jarmusch „ Broken Flowers „ ist eine schöne melancholische Erzählung über einen ewigen Junggesellen der nach 20 Jahren erfährt, das er möglicherweise einen Sohn gezeugt hat.
Er macht sich dann auf Suche nach den vier vermeintlich in Frage kommenden Müttern mit rosa Blumen. Bill Murray spielt den wortkargen verzweifelten Mann .Es ging ihm mehr darum die Geschichte der einzelnen Personen zu zeigen, als die Story als solche sagt Jarmusch. Die Menschen in Jarmuschs Film wirken wie verblühte, geknickte Blumen, die ihre besten Zeiten bereits hinter sich haben und geben dadurch ihre Lebenserfahrung und Gefühle besser wieder als mancher Dialog.
Als einziger Regisseur sticht nur der 36 –jährige Texaner Robert Rodriguez mit „Sin City“ hervor. Mit den düsteren Comic-Erzählungen von Zeichner Frank Miller in Schwarz- Weiß- Bildern ist den Beiden mit Risikofreude und Innovation gelungen etwas wirklich Experimentelles und Kreatives zu machen. „Sin City“ bevölkern jederzeit gewaltbereite harte Kerle, wenn es um Fragen der Ehre, Liebe und Rache und sexy Mädchen geht.