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Cannes - wer bekommt die goldene Palme?
Die großen Autorenfilmer im letzten Jahrzehnt wie David Cronenberg und Lars von Trier oder Jim Jarmusch, sind inzwischen ruhiger geworden ,was auch am reiferen Alter der Herren liegen mag .Jedenfalls wird in diesem Jahr der Wettbewerb ohne Skandale und Provokationen stattfinden ,dafür mit besserer handwerklicher Qualität ,allerdings auch mit weniger Bravo und Buh –Rufen. Zu den heimlichen Favoriten mit seinem Film „Die Geschichte der Gewalt „ zählt Cronenberg. Ausgezeichnet mit der Goldenen Palme wurden dann die Brüder Dardenne aus Belgien mit ihren realistischen Sozialdrama „Lènfant“ (Das Kind).
Bereits 1999 erhielt Jarmusch den Preis für „ Rosetta, diesmal für den Film „ Broken Flowers . Wim Wenders ging mit dem Film „Don`t Come Knocking „ leer aus. Den Regiepreis erhielt der Österreicher Michael Haneke mit „ Cache „ als französische Produktion Der Juriepreis ging an die 80er –Jahre –Familiengeschichte „Shanghai Dreams“ von Wang Xiaoshuai aus China. Mehrere Überraschungen gab es bei den Darstellerpreisen. Der US – Darsteller Tommy Lee Jones, der mit seinem zeitgenössischen Western sein Debüt als Regisseur gab, erhielt unerwartet die Auszeichnung „ Bester Schauspieler“.
Auch für das beste Drehbuch wurden die Drei Begräbnisse geehrt Beste Schauspielerin wurde die Israelin Hanna Lasio in Free Zone Im Siegerfilm Das Kind wird die Geschichte eines jungen Mannes erzählt, der Vater wird, aber selbst noch zu unreif und verantwortungslos ist, um sich nur annähernd in diese Aufgabe hinein zu finden. Mit dem Filmtitel sind beide Kinder gemeint, das Baby und der 20-Jährige .Der hat Probleme mit dem Alltag zurecht zu kommen und die neue Situation zu meistern. Als er versucht sein Kind zu verkaufen, kann er die entsetzte Reaktion der Mutter kaum begreifen.
Den Brüdern Dardenne ist es zusammen mit den hervorragenden Darstellern gelungen, meisterhaft dieses wirklichkeitsnahe Alltagsdrama mitten aus dem Leben rüberzubringen In Jarmusch Film ging es auch um ein mögliches eigenes Kind, wovon ein ewiger Junggeselle anonym nach zwanzig Jahren erfährt und auf die Suche geht nach einer, von vier in Frage kommenden Müttern. Denn inzwischen hat er bemerkt, dass in seinem Leben etwas fehlt. Die Entscheidungen der Jury seien von ästhetischen Kriterien geprägt gewesen, seien aber auch ein wenig politisch motiviert .Trotzdem haben die Entscheidungen für die Gewinner zu keiner „radikalen Auswahl „ geführt.
Es sei immer schade, wenn jemand leer ausgeht, aber nur einer kann gewinnen. Eindeutige Höhepunkte gab es diesmal nur wenige. Zum Abschluss lief der britische Film „Chromophobia „ von Martha Flennes, der einzigen Frau im Wettbewerb. Am Sonntag endeten die Filmfestspiele von Cannes mit der Wiederholung des Siegerfilmes.
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