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Sexy Man
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Friedensfahrt-Legende Täve feiert Jubiläum
News vom: 12.03.2006
Gustav- Adolf Schur feiert seinen 75. Geburtstag, besser bekannt unter dem Namen ?Täve? und Radsport-Legende. Aber das ist für den rastlosen und lebensfrohen und quirligen Sportsmann kein Grund kürzer zu treten. Ständig ist er auf Achse, mal Autogrammstunde hier, Vortrag dort oder ein Ehrenamt. Anzutreffen ist er selten in seiner Wohnung in Heyrothsberge bei Magdeburg. In seinem Kalender hat er fast täglich mindestens einen Termin und seine Augen blitzen vor Unruhe. Sportlich war er schon seit frühester Jugend und mit Fußball und Handball tobte er mit den Jungs aus der Nachbarschaft den ganzen Tag herum. Seine Kindheit lag in den Kriegsjahren und er musste mit dem Kriegsgeschehen klar kommen, Truppenzusammenstellungen, Bombardierungen des Ortes und helfen bei den Löscharbeiten. Er hatte noch vier Geschwister und seine Mutter war Hausfrau und hatte damit voll zu tun, dazu war noch einiges Viehzeug, wie Schweine, Ziegen ,Hühner und Kaninchen zu versorgen. Er hatte sich als Ältester darum zu kümmern und seine Kindheit verlief recht abenteuerlich, um das Überleben der Familie zu sichern. Sein Vater war erst in der Ziegelei und später Tankwart auf dem nahe gelegenen Flugplatz. Nach Kriegsende machte er erste Erfahrungen mit dem Drahtesel seines Vaters, der viel zu groß für ihn war, später bekam er sein Eigenes , um im Nachbarort jeden Tag zu seiner Mechanikerlehre zu fahren. An ordentliche Reifen war in dieser Zeit nicht zu denken und die mussten immer wieder notdürftig repariert werden. Erste Wettfahrten lieferte er sich mit dem Linienbus, den er nach einem halben Jahr ?Training? abhängte. Beim Verein ?Aufbau Börde? bestritt er 1950 sein erstes Rennen und nahm am Ende stolz seine erste Siegerschleife in Empfang. Sein Traum war aber ein anderer, denn 1948 war die ?Friedensfahrt? ins Leben gerufen worden, die durch Tschechien, Polen und die sowjetische Besatzungszone führte. 1952 stand er dann nach eifriger Vorarbeit endlich mit in der DDR- Mannschaft in Warschau am Start. Er kannte die Trümmer in Magdeburg, aber was er in Warschau sah ,überstieg sein Vorstellungsvermögen. Sie fuhren mit dem Peleton praktisch nur durch Trümmerberge. Seinen größten Triumph feierte Täve 1955, als er als erster DDR- Fahrer die ?Friedenfahrt ? (Course de la Paix) für sich entschied. In den darauf folgenden Jahren feierte er noch einige Erfolge, so wurde er sechs mal DDR- Meister / Einzel und zweimal in der Mannschaft. 1959 wurde er wieder Sieger im gelben Trikot bei der Friedensfahrt. 1958 gewann er beim SC DHfK Leipzig im französischen Reims seinem ersten WM -Titel im Straßenrennen und wiederholte als erster Amateur 1959 den Sieg im holländischen Zandvoort. Ein Mythos war geboren. Die Friedensfahrt hatte damals noch einen ganz anderen Stellenwert. Überall im Radio, Fernsehen und Zeitungen wurde ausführlich über die Etappen berichtet und an den Strecken und in den Etappenorten säumten tausende begeisterter Menschen die Straßen und Stadien. Auch der Radsport bekam mit der Nachwuchsarbeit großen Zulauf und Aufschwung. Über Jahrzehnte prägten auch andere DDR- Friedensfahrt- Asse bekannte Trainingszentren und brachten daraus immer wieder neue Talente hervor. Täve stellte 1964 sein Rennrad in die Garage und studierte Sport und arbeitete als Trainer , war in der Führung des DTSB- Vorstands und gesellschaftlich eingebunden. Heute radelt er nur noch am Wochenende um die 70 Kilometer und die Menschen lieben ihn noch immer. Das mag wohl daran liegen ,dass er nicht vergessen hat ,wo er hergekommen ist, wer ihm das Alles ermöglichte und er wohl immer alles richtig gemacht hat. Auch mit seinem feschen Aussehen und Erfolg war er für die Mädchen interessant . Über 6000 Fanbriefe haben sich im Laufe der Zeit angesammelt, aber auch unzählige Urkunden ,Pokale, Medaillen, Trikots und Fotos, sowie Plakate. Zu bestaunen gibt es dies alles im ?Friedensfahrtmuseum? in Kleinmühlingen im Landkreis Schönebeck. Es wurde 2002 eröffnet und zeigt auf 50 qm alles Wissenswerte. Leider platzt es inzwischen aus allen Nähten und für ein Neubau ist schon der Grundstein gelegt. Leider fehlen aber noch 150 000 Euro für die 220 qm Ausstellung , welche Dokumente des größten Amateur- Radrennens der Welt schon im nächsten Jahr zeigen soll. So ist unter anderem das Rennrad von Olaf Ludwig zu bestaunen ,der von 1981 bis 1983 damit jedes Zeitfahren bei der Friedensfahrt gewann. Täve würde sich über jeden Gruß zu seinem Jubiläum freuen , noch mehr aber über eine Spende für seinen Traum und Herzensangelegenheit. Kontakte sind über Friedensfahrt Museum Kleinmühlingen möglich Auch ein Buch von Autor A. Ciesielski ? Das Wunder von Warschau? ist über ihn erschienen. Täve ist mit Frau Renate (73) seit 1962 glücklich verheiratet und sie haben vier Kinder . |
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