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Armin Müller-Stahl im Porträt
News vom: 28.02.2006
Anlässlich des Erscheinens der neuen Sammel- DVD , des DEFA -Klassikers ? Fünf Patronenhülsen? aus der Serie der SUPERillu-Edition am 02.03.06 ,wurde Weltstar Armin Müller-Stahl (75) (ehemaliger Mitdarsteller im Film) nach seinen Gedanken zum Film, 50 Jahre später , von T. Schuster befragt. Er gab gern bereitwillig seine Gedanken wieder. Seit er in Hollywood arbeitet ,hat er sich schon lange keine DEFA-Filme mehr angesehen. Gern denkt er aber an die Zeit als Schauspieler bei der DEFA zurück und schätzt seine Arbeit in den alten Filmproduktionen durchaus positiv ein. So könnte ?Fünf Patronenhülsen? heute ein internationaler Kultfilm sein ,wenn er in Amerika und mit amerikanischen Stars gedreht worden wäre. Leider gingen DEFA-Filme nur selten über die DDR -Grenze hinaus und dieser Film von Regisseur Frank Beyer hat auch ein Stück Hoffnung transportiert. Kontakte zu damaligen Kollegen ,die im Film mitspielten , hat er nicht mehr. Zum Beispiel Ulrich Thein lebt nicht mehr und der hatte eine beeindruckende Art zu spielen. In einer Szene hat er extra vorher tagelang nicht getrunken , damit die Lippen aufplatzten und die Augen ohne Glanz waren. Bestimmte Themen zur damaligen Zeit waren politisch belastet ,aber auch verständlich so kurz nach dem Krieg. Letztendlich entsprach dies auch manchmal seiner Überzeugung für eine gerechtere Welt ohne Kriege. Durch einige Ereignisse in dieser Zeit , wie am 17.6.53 , der Mauerbau 1961 und der Einmarsch während des Prager Frühlings wurde durch die Politisierung des Filmschaffens es immer unerträglicher für ihn .Das führte dazu ,das er es ablehnte in der ? Kundschafter- Serie ?,?Das unsichtbare Visier? mitzuspielen. Als Schauspieler hat ihn der überwiegende ideologische Hintergrund der meisten Filme nicht interessiert, ihm ging es darum seine Rollen gut zu spielen. Aber er fing an das System zu hassen und wollte eigentlich nur weg ,Gelegenheit hätte sich durch seine Auslandsauftritte ergeben. Andererseits war er so im Theater eingebunden und es gab auch die Möglichkeit sich die Probleme, durch Konzentration auf die Rolle , wegzuspielen.1976 kam dann die Biermannresolution ,ab da war sein Lebensinhalt in der DDR vorbei. Drei Jahre wurden ihm keine Auftritte mehr angeboten und das kam einem Berufsverbot gleich. Er versuchte diese Zeit mit Schreiben zu verarbeiten und so entstand sein erstes Buch ?Verordnteer Sonntag?. Das Publikum in der DDR hat er dann ungern verlassen ,den Mief der DDR aber und die Funktionäre gern. Die Verarbeitung der DDR- Vergangenheit muss jeder mit sich selbst ausmachen und man sollte die Mitläufer ,die keinem ernsthaft geschadet haben nach 15 Jahren aus dem ?Käfig? lassen . Keiner aus dem Westen ,der diese Zeit nicht selbst im Osten erlebt hat , kann heute mit Sicherheit sagen ,wie er sich in der Situation verhalten hätte. Er selbst wurde auch von mehreren Leuten aus seiner Umgebung bespitzelt und es gab komischerweise ganz widersprüchliche Einschätzungen. So war er auch überrascht bei seiner Akteneinsicht über Namen von Personen die ihm täuschten und ihm eigentlich heute wie damals sympathisch waren. Von sich aus wird er den Kontakt nicht suchen. Aber reden würde er gern mit ihm. In der letzten Zeit ist Armin Müller-Stahl häufiger an seinem Wohnsitz an der Ostsee anzutreffen. Dort nutzt er die Ruhe und das rauhe Klima der Landschaft mit seiner Frau Gabriele, mit der er seit 32 Jahren glücklich verheiratet ist. Zur Zeit hat er drei Filmangebote, aber er merkt ,das er öfter zögert ständig zu spielen , wie früher. Den Grund sieht er mit seiner Entdeckungsfahrt in der Malerei , dem Schreiben und der Musik ,der Erkundung der schönen Landschaften und der Sehnsucht die schönen Momente in Ruhe genießen zu können. Er hat in der Schauspielerei schon so viel gemacht, das ihm nichts mehr reizt. Er ist froh ,wen sein Agent aus Amerika sich nicht meldet und er auch in L.A. in Ruhe gelassen wird. Es müsste dann schon ein besonderer Filmstoff sein an dem er sich beteiligen möchte. Auch in der vorangegangenen DVD -Ausgabe der SUPERillu ?Nackt unter Wölfen? ist Armin Müller-Stahl zu sehen. |
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