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Vogelgrippe- Medienpolitik reißt alte Ost/West- Gräben auf
News vom: 27.02.2006
Nun ist es raus. Die Medien ,allen voran einige Boulevardblätter und bekannte private Sender nutzen die Probleme in der Zuständigkeit und Koordinierung bei der Eindämmung der Vogelgrippe in Deutschland schamlos aus , um ihre eigenen Auflagen bzw. Einschaltquoten zu erhöhen.
Nach bekannten Strickmuster werden alte Vorurteile und Meinungsklischees ausgekramt ,um den Ost -West -Konflikt wieder anzuheizen. Das dies ein Spiel mit dem Feuer ist ,dürfte hinreichend bekannt sein. Freilich wird es hier nicht so weit kommen , wie in der Karikaturenaffäre. Aber wieder einmal zeigt sich ,wie sehr unter dem Deckmantel der Pressefreiheit Meinung beeinflusst wird, anstatt sauber zu recherchieren und objektiv zu bleiben. Das das schon seit 1990 so ist , überrascht nicht. .Bereits in der Zeit gab es zwei Ausgaben einer großen Zeitung, eine für den für den Westen und eine für den Osten.
Auf der Titelseite prangten jeweils unterschiedliche Schlagzeilen ,eine gegen den Osten ,die andere gegen den Westteil Deutschlands. Bild Dir eine Meinung. So verwundert es heute wieder ,das in den regionalen Medien der neuen Bundesländer ganz andere Fakten genannt werden , die zu den Pannen der ersten zwei Tage führten, als auf Rügen erste tote Vögel entdeckt wurden . Schlichtweg wurden vom Bund und den Ländern die erforderlichen Maßnahmen bei Auftreten der Vogelgrippe auf die überforderten Kommunen abgewälzt und keine einheitlichen Richtlinien der Vorgehensweise und der erforderlichen Ausrüstung ,materiell und finanziell bundesweit einheitlich ausgearbeitet. Somit waren der Rügener Landrätin von der PDS die Hände gebunden, da sie nicht befugt war notwendige Maßnahmen einzuleiten .
Mit der Dimension der Vielzahl an verendeten Vögeln an der langen Küste der größten deutschen Insel ,war die Landrätin schlichtweg überfordert und das mecklenburgische Landesministerium unterschätzte die Lage auf Rügen. An den ersten TV - Bildern konnte man erkennen ,wie schwierig es war an die toten , teils eingefrorenen und von Raubvögeln schon angefressenen Schwäne heranzukommen und das unter mangelnden Schutzvorkehrungen und Ausrüstung. Letztendlich sah sich Minister Seehofer gezwungen , die Sache selbst zu übernehmen und die Bundeswehr anzufordern, um zu retten was zu retten ist .
Trotz erschreckender Bilder mit vermummten Soldaten in Vollschutz und ausgelegter Seuchenmatten und Desinfektionsstationen an Straßensperren , war der Vormarsch der Seuche nicht zu stoppen. Über den eventuellen Einsatz der Bundeswehr bei der Fußball -WM gab es ausgefeiltere Pläne. Wenige Tage später traten weitere Fälle in Deutschland und Europa auf und nun sieht man sich gezwungen im Bund mit den Ländern und europaweit , aber auch global die Maßnahmen zu koordinieren ,um die wirtschaftlichen und gesundheitlichen Folgen einzudämmen. Die angeordnete Erhöhung der Bevorratung mit Grippemitteln auf 20 Prozent und die Schwierigkeiten bei der Beschaffung durch die Länder sind nur ein Teil des Schreckenszenario bei Ausbruch einer Pandemie. Obwohl noch keine Erkenntnisse der Übertragung von Mensch zu Mensch vorliegen und derzeit keine geeignete Impfstoffe entwickelt werden können, lebt die Bevölkerung weiter im Ungewissen .
So ist es auch nicht verwunderlich ,wenn sich in Unkenntnis der Übertragungsmöglichkeiten der Viren von H5N1/ Asia und deren Abtötung bei der Zubereitung von Lebensmitteln inzwischen Hotelketten rühmen ,keine Geflügelgerichte mehr in ihren Restaurants anzubieten. Und hier ergibt sich ein Betätigungsfeld der Medien mit der Aufklärung der Öffentlichkeit und nicht Panikmacherei.
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