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Tiger-Projekt in Afrika floppt
News vom: 20.02.2006
In der spannenden Dokumentation ? Tiger in Afrika ? in der Reihe ? Tierzeit ? auf VOX am 11.02.06 wurde ein fragwürdiges Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt . Es handelt sich um die Einbürgerung von zahmen bengalischen Tigern in die Wildbahn, einem sieben Monate alten Tigerpärchen , Ron und Julie, aus dem Bowmanville Zoo am Ontario- River. Zwei Männer begleiteten ein paar Wochen die Tiger auf ihrer Pirsch durch die Savanne des Hunter Moon Reservats in der Nördlichen Karoo in Südafrika mit der Kamera.
Es handelt sich hier um den einheimischen Tierfilmer John Varty und den kanadischen Zoologen Dave Salmoni. Ursprünglich sind Tiger in Asien beheimatet ,dort aber extrem vom Aussterben bedroht. Ihre Heimat erstreckte sich von Sibirien über China, Indien bis Indonesien. Auf dem riesigen Arsenal des Reservats züchteten früher Farmer Schafe ,aber die beiden Tierfreunde hatten einen kühnen aber öffentlich umstrittenen Plan. Die Beiden hatten sich in den Kopf gesetzt zahme Tiger wieder an die Wildbahn zu gewöhnen. Den Anfang machten sie mit den beiden jungen Tigern im Jahr 2000,als diese aus dem Bowmanville Zoo am Ontario- River nach Südafrika eingeflogen wurden. Mit der Eingewöhnung sollten die natürlichen Instinkte der Raubtiere geweckt und die eigenständige Futtersuche , Jagd und Erlegung von Beute angelernt werden. Im Hinterkopf hatten die beiden den Plan eine stille Tiger- Reserve anzulegen ,falls in einigen Jahren der letzte Tiger durch Wilderer erlegt und die Lebensgrundlagen der Tiger durch Zersiedelung ihrer angestammten Heimat zerstört sein sollte.
Dann würden sie die Welt mit Nachschub versorgen können ,und das bestimmt nicht ganz uneigennützig. Die Kritik der Experten vom WWF und vieler anderer Tierfreunde an diesem mehr als fragwürdigen Projekt ließ nicht lange auf sich warten Ein Tiger passt nun mal nicht in eine afrikanische Savanne ,er ist hier so fremd wie ein Kamel am Nordpol . Zumal sind zahme Tiger nicht wieder auswilderbar, was andere Projekte vor Jahren bestätigten und es wäre für das hiesige Ökosystem ein Schlag. Einheimische Großkatzen wie der Löwe ,führen seit Jahren einen verzweifelten Überlebenskampf und wären durch zusätzliche Fleischfresser in ihrer Existenz bedroht.
Das hielt die Beiden aber nicht davon ab weiter zu machen und beträchtliche Summen zu investieren. Die ca. 240 Quadratkilometer mußten nicht nur umzäunt ,das Grundstück bezahlt werden, ,aber auch den Wildbestand als Nahrungsgrundlager der Tiger des heruntergewirtschafteten Landes wieder aufgefüllt werden. Die miserablen Jagderfolge der Tiger , vor allem mit Großwild, veranlassten immer wieder die Zufütterung durch Menschenhand und die ständige Beobachtung mittels eines Senders.
Die Eingewöhnung war misslungen und Varty mußte aufgeben und er holte die beiden Tiger ,Ron und Julie in ein kleines Gehege zurück, danach verlief sich ihre Spur. Die trotzdem sensationellen Filmaufnahmen über die Tiger verkauften sie an den US- amerikanischen Sender Discovery Channel Ursache für das Untertauchen aller Betroffenen soll die Auseinandersetzung mit chinesischen Geschäftspartnern sein ,die Varty mit einer ins Haus gesandten Einschüchterungstruppe unter Druck setzten. Vielleicht steckt noch mehr dahinter.
Substanzen aus Tigerteilen werden seit Jahrhunderten in der chinesischen Medizin und Mythologie als Wundermittelchen verwendet und daraus läßt sich ein riesiger Profit erzielen bei weiter steigenden Marktbedarf in der derzeitigen Wirtschaftsboomphase Chinas. Es bleibt zu hoffen das von den geschätzten noch ca. 5000 frei lebenden Tigern, die meisten davon in Indien ,noch ein paar Jahrzehnte oder mehr zum Überleben bleiben.
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