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Hausdurchsuchungen nach Massenabmahnung
"Deutschland im Herbst" oder so ähnlich könnte man die jetzige Situation für einige tausend Tauschbörsenbenutzer bezeichnen. Wie zum Beispiel in der Computer-Bild zu lesen war, wurden vor geraumer Zeit, eine Massenabmahn-Welle an Tauschbörsenbenutzer verschickt, die über gängige Tauschbörsenprogramme wie zum Beispiel "Emule", das Spiel "Earth 2160" zum Download angeboten haben. Die neumodische Art der Massenabmahnung wird durch die automatisierte Software der Firma Logistep ermöglicht.
Dem Fachmagazin von Heise liegt nun ein Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts in Schwetzingen vor, in diesem wird die weitere Vorgehensweise Annhand der nun folgenden Hausdurchsuchengen damit begründet, da das Spiel "Earth 2160" der Firma Zuxxez in einem drastischen Level verbreitet wurde und nun Einhalt geboten werden soll. Mit den Hausdurchsuchungen erhofft sich die zuständige Staatsanwaltschaft, Beweismittel auf den heimischen Rechnern der betroffenen User sicherzustellen.
Ob sich überhaupt noch verwertbare Beweise auf den Rechnern der Leute befinden bei denen nun die Hausdurchsuchung durchgeführt wurde ist auch eher zweifelhaft, da nach einer so langen Zeit der User wohl schon nach dem Abmahn-Schock seine Festplatte kurz und klein gelöscht hat.
In einem Satz zitiert Heise den Vorstand Dirk P. der besagten Firma Zuxxez: "Wenn Sie in China jemanden anzeigen, kann es sein, dass er gleich an die Wand gestellt wird." Ärgerlich ist dass ganze schon, dass nach einer ausreichenden Abmahnung nun auch solche Strukturen angewendet werden, um einen zumeist noch Jugendlichen der in seinem elterlichen Haushalt ein Spiel aus dem Internet geladen, derartige seelisch umzuformen.
Aber nicht nur die betroffenen Leute die das Spiel verbreitet haben ärgern sich derzeit, auch erste Provider wollen gegen die Logistep-Software, die es erlaubt automatische Anzeigen zu erstatten, vorgehen. So hat zum Beispiel der Provider "Versatel" eine einstweilige Verfügung gegen Logistep erwirkt die es Logistep untersagt den "Helpdesk" von Versatel mit Info-Mails über User die eventuell eine Urheberrechtsverletzung begehen zu bombardieren. Das Geschäft mit den Abmahnungen, in unserem so netten demokratischen Deutschland scheint ein schon seit längerem sehr lukratives Geschäft zu sein und es wird wohl weitergehen. Die nächsten Abmahnwellen stehen sogar schon vor der Tür, hier sollen Anbieter von MP3-Dateien der Band "Glashaus" angezeigt werden.
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